Romane » Deutsche Krimis
| dpr | Deutsche Krimis | 30.11.2005, 11:53 Uhr |
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Hallo, ich sitze gerade an einem Jahresrückblick zum deutschen Krimi 2005 für das neue Krimijahrbuch. In den letzten Monaten sind mir vereinzelt Stimmen zu Ohren gekommen, die den deutschen Krimi an sich nicht sonderlich zu schätzen scheinen. Jetzt will ichs gerne genauer wissen: Stimmt das? Lest ihr generell lieber ausländische als deutsche Krimis? Und warum oder warum doch nicht? Schon mal vielen Dank im Voraus für eure Antworten. bye dpr |
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| Pascal | RE: Deutsche Krimis | 30.11.2005, 13:50 Uhr |
| Also ich lese am liebsten deutschsprachige Krimis. Zum einen weil auch bei der besten Übersetzung Pointen oder Gefühle verloren gehen. Zum anderen weil ich finde, dass ein Teil der deutschsprachigen Autoren ein tolles Genre bedient, nämlich skurrile Krimis, bei denen ich mich vor lachen kugeln könnte. Z.B. Juretzka, Steinfest, Slupetzky, Anhalt, Haas. | ||
| Anja S. | RE: Deutsche Krimis | 30.11.2005, 14:18 Uhr |
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ich lebe in den USA, daher ist es fuer mich schwierig, an deutschsprachige Krimis heran zu kommen (werden nicht uebersetzt). aber wenn ich sie in die Finger kriegen kann, lese ich genauso gerne Autoren wie Steinfest, Spielberg, Biedermann, Suter, Schlink, Ani, Ditfurth oder Fleischhauer wie amerikanische oder britische Krimis. Gruss, Anja |
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| Taennsche | RE: Deutsche Krimis | 30.11.2005, 16:59 Uhr |
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Ich lese am liebsten Krimis, die in England (nicht unbedingt von Engländern geschrieben) und die durch eine ganz spezifische Atmosphäre gekennzeichnet sind. Ich habe bis jetzt leider keinen deutschsprachigen Schriftsteller kennengelernt, der die Atmosphäre von zum Beispiel Martha Grimes´Jury-Romanen nach Deutschland versetzen konnte oder der deutschsprachige Krimis (mit Schauplatz Großbritannien) gut umgesetzt hätte. Schade eigentlich, aber für meine Krimivorliebe gibt es leider keine deutschsprachigen Autoren! LG |
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| Baiba | RE: Deutsche Krimis | 30.11.2005, 19:32 Uhr |
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Früher habe ich sehr viele deutsche Krimis gelesen.Besonders mochte ich die Bella-Block-Romane von Doris Gercke.Die Verfimungen waren jedoch meilenweit von der Qualität der Vorlage entfernt. Ich mochte die Figur und den politischen touch.Es war immer ein Hauch von *literarischer Liebelei* und Humor dabei. Sehr nett fand ich auch Christine Grän mit der Journalistin Anna Marx, die im Vorwende- Bonn ermittelte. Auch Maria Gronauers sog. Lesbenkrimis, die in Berlin spielen, hatten Charme. Und plötzlich gab es eine wahnsinnige Krimi-Inflation... Zumindest kam mir das so vor. Jeder schien plötzlich in diesem Genre(Revier) zu jagen. Und nicht alle hatten das Gespür für intelligenten Spannungsaufbau und reale Konflikte. Von Berndorf z.B. bin ich nicht angetan. Man muß wohl die EIFEL kennen, um ihn zu mögen.Aber auch seinen nicht-eifeligen Krimi *Ein guter Mann* fand ich unrealistisch und mit unscheinbaren Figuren. Auch HUBY und die Bienzles und die Bienzle-Nachfolger sind lahm.NUR Lokalkolorit macht noch keinen guten Krimi. Lesbar finde ich hingegen RAUSCH mit seinen Krimis, die in/um Würzburg angesiedelt sind. Irgendwie authentisch. Grottenübel: die Reihe der Schwabenkrimis aus dem GMeiner-Verlag. Da stimmt einfach nichts. Tja, nenne mir jemand überzeugende deutsche Autoren und ich greife zu ! Ich finde, dass viele Krimis, die in D spielen, allein DAS zum Thema machen...und zu wenig EInfühlsamkeit für die Personen aufgebracht wird. Petra Hammesfaht ist mancher Krimi sehr gelungen.Aber da gibt es arg große Unterschiede. Aber es gefällt mir ja auch nicht jeder englische Krimi( GRIMES: finde ich langweilig). Erstaunlich GUT finde ich die Krimis von HEINICHEN, die jedoch in Italien spielen. Sie sind gescheit,ohne moralischen Zeigefinger.Sozialkritisch,aber mit Humor. Das fehlt vielen anderen deutschen Krimis. Gruß |
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| Klabauterfrau | RE: Deutsche Krimis | 30.11.2005, 21:11 Uhr |
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Ich stimme Baiba in ihrem Urteil über Berndorf zu. Ich lebe zwar in der Eifel, aber der einzige Roman, den ich von ihm besitze (Eifel-Feuer), hat mich nicht überzeugt. In seinen anderen Büchern habe ich nur kurz "rumgestöbert", aber meiner Meinung nach waren die im gleichen Stil geschrieben. Frank Schätzing's "Tod und Teufel" über den Bau des Kölner Doms hat mich hingegen begeistert. Sehr gut gefallen hat mir auch "Die Detektivin" von Nikola Hahn. Wenn ein deutscher Schriftsteller über ein "deutsches Thema" schreibt, kann der Roman durchaus lesenswert sein. |
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| Aue | RE: Deutsche Krimis | 01.12.2005, 07:33 Uhr |
| Bei mir sind immer wieder deutsche Krimischriftsteller dabei. Zum Beispiel Wolfgang Schorlau, Tom Wolf, Anne Chaplet, Robert Hültner etc. Manchmal habe ich Anfangsschwierigkeiten wie bei Jan Seghers. Manche haben sich bei einer Lesung so schlecht benommen wie Thea Dorn das ich das Buch gleich wiedergestellt habe. Zusätzlich zu dem schlechten Benehmen kam noch ein schlechtes Buch. | ||
| SupaWeibi | RE: Deutsche Krimis | 01.12.2005, 17:53 Uhr |
| Also, ich bin seit Nikola Hahn mit *Die Detektivin* erstmals auf deutsche Kriminalromane aufmerksam geworden. Wenn man sich mit dem Thema etwas befasst, bekommt man auch gute Krimis in Deutsch. Jan Seghers kann ich auch sehr empfehlen *Die Braut im Schnee*.Klasse deutsche Buecher. Die Autoren muessen sich nicht hinter ihren Kollegen aus England oder Amerika verstecken. | ||
| Lars@Krimi-Couch | RE: Deutsche Krimis | 01.12.2005, 18:25 Uhr |
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Ich finde es etwas eigenartig, dass "deutsche" Krimis verteidigt werden müssen - frei nach dem Motto: "Doch, die können´s auch". Ja, warum auch nicht? Aber offensichtlich ist der deutschsprachige Krimi in der Wahrnehmung immer noch als etwas Schützenswertes betrachtet. Falls dem nicht so wäre, bräuchten wir bei diversen Preisen keine Unterscheidung zwischen deutsch und international, bräuchte ein Jan Seghers nicht das Attribut "deutscher Henning Mankell" und man müsste nicht endlos Autoren wie Steinfest, Paprotta, Haas und und und über den grünen Klee loben sondern einfach mal sagen: Ja, die sind gut. Fertig aus. Wir fangen ja auch nicht an und argumentieren "für einen französischen Krimi sehr bemerkenswert" oder so. Wahrscheinlich braucht der deutsche Krimi mehr Selbstbewusstsein und Souveränität, um mit sich selbst klarzukommen. Aber das ist offensichtlich kein Problem, dass nur auf den Kriminalroman zutrifft. SPIEGEL: "Alles ist noch viel schlimmer, als wir eh schon befürchten?" -- Dieter Hildebrandt: "Mir reicht schon, wenn alles so schlimm ist, wie ich glaube." |
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| Bman | RE: Deutsche Krimis | 02.12.2005, 17:54 Uhr |
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Der deutsche Krimi braucht vor allem mehr Öffentlichkeit. Während die neuen Bücher der Schweden (im Moment Hakan Nesser), Amerikaner und Engländer in den Buchhandlung groß präsentiert werden, muss man sich schon für den deutschen Krimi interessieren, um ihn zu finden. Viele deutsche Krimis sind nur mit einem gewissen Lokalpatriotismus zu ertragen, nicht nur die Eifel-Reihe (m.E. eine der besseren Reihen). Und trotzdem ist es schön, die Orte zu kennen und politische oder gesellschaftliche Seitenhiebe ohne Probleme zu verstehen. |
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