Rund ums Genre Kriminalroman » AW: Schöne Passagen aus dem aktuellen Krimi (Seite 58)
| schnauzel | AW: Schöne Passagen aus dem aktuellen Krimi | 15.03.2010, 19:34 Uhr |
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...... Denn mit nur noch einem einzigen verbliebenen Freund macht man sich langsam Sorgen, wie lange der einen noch erträgt, bevor man es sich endgültig verscherzt und etwas so unglaublich Bescheuertes anstellt, dass er es einem nie mehr verzeiht und man für den Rest des Lebens mutterseelen- allein ist, bis man irgendwann auf dem Klo einer stinkenden Sozialbauwohnung verreckt und keiner die Leiche findet, bis sie sich aufbläht, vom Lokus fällt und platzt, und irgendwann sogar die Maden genug davon haben und weiterziehen. Und nochmal Charlie Huston " Das Clean Team" |
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| nordkommission | AW: Schöne Passagen aus dem aktuellen Krimi | 17.03.2010, 06:51 Uhr |
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Wer irgendwann einmal nach Island kommt, der sollte auf jeden Fall einmal den legendären "Salzfisch" versuchen! "....und es gab zweimal am Tag warmes Essen. So war es üblich! Elinborgs Vater arbeitete in der Verwaltung der städtischen Fischereibetriebe, kam nach Hause, aß sein Essen und legte sich anschließend aufs Sofa"....wie ich Mittags kochte ihre Mutter entweder Fisch, oder sie bereitete Frikadellen oder falschen Hasen zu. Manchmal mit Kartoffelpürree, aber meist gab es zu jedem Essen Pellkartoffeln. Was abends auf den Tisch kam, war für jeden Wochentag im Voraus festgelegt. Und immer war ihre Mutter für das Essen zuständig. Samstags gab es Salzfisch, den sie in einem Zuber in der Waschküche wässerte, und zwar in dem gleichen, den ihr Mann für seine Fußbäder benutzte." WIR |
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| nordkommission | AW: Schöne Passagen aus dem aktuellen Krimi | 17.03.2010, 06:52 Uhr |
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...öh....aus: Frevelopfer von Arnaldur Indridason.... WIR |
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| morus64 | AW: Schöne Passagen aus dem aktuellen Krimi | 18.03.2010, 13:15 Uhr |
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... Ich hatte den tragbaren Fernseher mit Videorecorder, der mich daran erinnerte, dass ich mit ihr zusammen gewesen war. Aber wenn ich versuchte, an die Zeit zu denken, war es, als wollte ich ein Buch durch eine Colaflasche lesen. ... Unter die Augen gekommen bei Andrew Vachss: "Der Fahrer" (S. 104o.) |
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| Solitude | AW: Schöne Passagen aus dem aktuellen Krimi | 18.03.2010, 18:00 Uhr |
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In den vergangenen beiden Jahren, in denen ich versucht habe, bei dem, was über Elizabeths Tod nach außen drang - Lava gleich, die sich aus einem Spalt am Meeresboden durch das salzige Nass nach allen Seiten verbreitet und langsam nach oben steigt -, Wahres von Unwahrem zu trennen, habe ich ein paar Mal du sein müssen, Cameron Brown, um mir einen gewissen logischen Zusammenhang zu erkämpfen. Manchmal war es - ist es - ganz leicht, die Welt mit deinen Augen zu sehen, beängstigend nahe liegend mir vorzustellen, ich selbst sei an jenem Nachmittag, in jenen Minuten, ehe du die Leiche deiner Mutter im Fluss fandest, durch den Garten gegangen. Schließlich hätte ich lange - solange wir ein Paar waren - kaum sagen können, wo deine Haut endete und meine begann. Das - unter anderem - war das Problem für Lydia Brooke und Cameron Brown: Fehlende Distanz wurde unmerklich zu leidenschaftlicher Verstrickung. Deshalb schreibe ich dies für dich, Cameron, ja, und auch für mich, Lydia Brooke, weil ich, wenn es mir gelingt, all diese Teile ordentlich zusammenzufügen, vielleicht aus deiner Haut in die meine zurückkehren kann. Aus "Und Blut soll dich verfolgen" von Rebecca Stott "Vergiss nie, was du bist, denn die Welt wird es ganz sicher nicht vergessen. Mach es zu deiner Stärke, dann kann es niemals deine Schwäche sein. Mach es zu deiner Rüstung, und man wird dich nie damit verletzen können." Aus " Die Herren von Winterfell" v |
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| morus64 | AW: Schöne Passagen aus dem aktuellen Krimi | 22.03.2010, 13:57 Uhr |
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S. 184u.: Alk-Läden und Tik-Dealer boten ein Heilmittel an, wenn das Leben in der Gegenwart zu schmerzhaft war, um es noch ertragen zu können... S. 246o.: Fahren. Durch den endlosen Abstrich der Armut. Hoffnungslosigkeit schien die Telefonleitungen herunterzuziehen und die abblätternden Wände der kleinen Häuser zu durchtränken. Roger Smith: "Blutiges Erwachen" So, mein Bedarf an den deprimierenden Cap Flats ist endgültig gesättigt. Ich sehne mich jetzt nach einem cozy oder einem Klassiker der Weltliteratur, ganz ohne Okapi-Messerschlitzereien in einem Rutsch von Scham- zu Brustbein. Da kann man der diesjährigen Fußball-WM nur einen friedlichen Ablauf wünschen. |
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| krim-i-hilde | AW: Schöne Passagen aus dem aktuellen Krimi | 22.03.2010, 16:07 Uhr |
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Na, da habe ich dann mal was zum Schmunzeln. Kristof Kryszinski beschreibt, wie Veronika ihm ein Versprechen abluchst, das er gar nicht geben wollte: Es fing damit an, daß sie so tat, als sei sie von meinen Angebereien beeindruckt (ich hatte den 'Fall Schlothen' ein wenig ausgeschmückt und auch dem 'Fall Sültenfuss' etwas mehr Dramatik und, wenn ich mich recht erinnerte, der ausstehenden Belohnung eine Null mehr verpaßt). Dann hatte sie geschmeichelt auf meine klumpfüßigen Komplimente reagiert, sogar ernsthaftes Nachdenken über meine Kopulationsvorschläge vorgetäuscht, nur um schließlich, als man mir das geile, dämliche Grinsen nicht mal mehr mit der Zaunlatte aus dem Gesicht hätte schlagen können, voller Heimtücke mit 'Ach so, warum ich dich eigentlich angerufen habe....' um die Ecke zu kommen. Und letzten Endes, nachdem ich übereifrig und vor Vorfreude sabbernd zu allem genickt und jajaja gestammelt hatte, hatte sie mich kalt lächelnd daheim abgesetzt und mit einem koketten 'Heute nicht, aber vielleicht...ein andermal?' abgespeist. Und ich war, immer noch nickend, grinsend, jajaja stammelnd am Bordstein gestanden und hatte ihren in die Nacht entschnwindenen Rücklichtern hinterhergegafft, und was sich da, so allmählich, als erste, dünne Schwaden beginnender Ahnung vor die mild und warm leuchtende Sonne meines seligen Rausches zu ziehen begann, hatte sich am Morgen darauf zu einer soliden Nebelbank kühler Erkenntnis verdichtet: Ich war und blieb ein Idiot. Aus Prickel von Jörg Juretzka |
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| morus64 | AW: Schöne Passagen aus dem aktuellen Krimi | 23.03.2010, 10:19 Uhr |
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"Was ist für dich die wichtigste Eigenschaft eines Menschen?" "Humor - nicht zu verwechseln mit Ironie oder Sarkasmus, das ist etwas anderes. Leute mit Humor nehmen sich selbst nicht allzu ernst. Und wer sich selbst nicht ernst nimmt, kann weder schlecht, noch dumm oder vulgär sein..." Gianrico Carofiglio : "Reise in die Nacht" (S. 107u.) und, zitiert aus "Der kleine Prinz": Ich schlug rasch die letzten Seiten auf und suchte die Stelle, wo der kleine Prinz sich von seinem Freund, dem Flieger, verabschiedet und von der Schlange gebissen wird. "Du, du wirst Sterne haben, wie sie niemand hat. Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können! Und wenn du dich getröstet hast (man tröstet sich immer), wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein. Du wirst Lust haben, mit mir zu lachen. Und du wirst manchmal dein Fenster öffnen, gerade so, zum Vergnügen... Und deine Freunde werden erstaunt sein, wenn sie sehen, dass du den Himmel anblickst und lachst. Dann wirst du ihnen sagen: Ja, die Sterne, die bringen mich immer zum Lachen! Und sie werden dich für verrückt halten." (s.o., S. 109) Mit 44 Jahren einfach so zu verschwinden; schade um das, was er uns in so schönen, traurig-anrührenden Bildern nicht mehr erzählen konnte/wollte. |
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| Kinsey | AW: Schöne Passagen aus dem aktuellen Krimi | 23.03.2010, 22:23 Uhr |
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"Alles im Leben ist ein Risiko, Frank. Entweder das oder es gibt überhaupt kein Leben, verdammte Scheiße." John Harvey, Schlaf nicht zu lange, S. 251 Ich bin nicht abergläubisch. Das bringt Unglück. |
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| Federfrau | AW: Schöne Passagen aus dem aktuellen Krimi | 26.03.2010, 12:51 Uhr |
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"Plötzlich erhebt der Quatschkopf seine Stimme, gleichzeitig sein Glas und sagt sowas wie"Skoll!", lächelt erst den Basketball-Spieler an dann mich und erklärt, dass das die isländische Version von "Prost!" sei und irgendwas mit Schädel zu tun habe, weil die Wikinger auf ihren Siegesfeiern gern aus den Schädeln ihrer Opfer getrunken haben. Ich mag dieses Land jetzt schon." aus Hallgrimur Helgason Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen Altern ist nichts für Feiglinge (Mae West) |
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