Leserunden » AW: Leserunde 10/VII: "Der Trakt" von Arno Strobel (Seite 7)
| Ahotep | AW: Leserunde 10/VII: "Der Trakt" von Arno Strobel | 19.09.2010, 22:15 Uhr |
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Hm… Also insgesamt ist mir das Buch zu „geradlinig“. Man erahnt die Auflösung des Plots viel zu früh, schon nach dem Leseabschnitt haben wir es uns gedacht… Und das nimmt dem Buch – meines Erachtens –viel Spannung. Es gibt gar keinen falschen Fährten, denen man auf den Leim gehen könnte und auch keine plötzlichen Wendungen…sieht man mal von Christians wahrer Identität ab, aber selbst auf die wurde schon zu früh hingearbeitet, bereits bei Kapitel 34/35 ist alles klar…und dass Hans wohl Danielas „Retter“ sein wird, bzw. dass er eine Schwäche für sie hat und dementsprechend in die Handlung eingreifen wird, dass denkt man sich eigentlich schon sehr früh Dabei will ich dem Buch jetzt nicht jegliche Spannung absprechen, man will natürlich schon „genau“ wissen, was denn passiert ist und wie alles zusammenhängt und vor allem, welche Rolle die Personen denn nun genau spielen…aber so richtig gefesselt hat es mich einfach nicht, weil die Handlung zu vorhersehbar war…. Es ist nicht schlecht, wenn ein Autor sein Ziel vor Augen hat und seine Handlungsstränge logisch darauf zuführt…aber man sollte für den Leser nicht zu durchschaubar sein. Außerdem hat mir beim Showdown die Auflösung des Patts gefehlt…immerhin hatte ja auch der Doktor eine Waffe und der blond gescheitelte Mann hinter Rosie…und wieso musste Wittschorek denn Grohe eine Waffe zuwerfen?? Wenn die beiden doch ein Team waren, weshalb hat er ihn denn dann entwaffnet, ehe sie dort eintraten?? Ist für die Handlung nicht wirklich wichtig… es fehlt aber ein bisschen, zumindest mir. Soweit mal schnell für heute...ich bin wirklich hundemüde und husch jetzt in mein Bett. I would rather go blind, boy, than to see you walk away from me...- Etta Jones |
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| Bio-Fan | AW: Leserunde 10/VII: "Der Trakt" von Arno Strobel | 20.09.2010, 11:34 Uhr |
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Ich habe mal wieder gemerkt, dass Thriller im Allgemeinen (nicht dieser speziell) mich recht kaltlassen. Ob nun noch mehr Wendungen oder weniger, ist dabei schnurz. Ich frage selten nach dem Wie oder Wer, sondern nach dem Warum. Drum bin ich weder ein Freund der klassischen Rätselkrimis, noch der modernen Thriller. Wenn, wie in diesem Fall, ein skrupelloser Mediziner Hirninhalte transferiert, um später seine erfolgreicheTransportmaschine an dubiose Staaten zu verhökern, kann ich das als Lösung akzeptieren, aber es berührt mich nicht, da die Fiktion allzu deutlich ist. Diese (meine)emotionale Distanz habe ich den ganzen Roman über empfunden. Die Einzige, die bei mir ein Gefühl der Sympathie wecken konnte, war die "Rosie". Ich vermute mal, sie ist auch Arnos Liebling gewesen . |
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| HennyH. | AW: Leserunde 10/VII: "Der Trakt" von Arno Strobel | 20.09.2010, 12:01 Uhr |
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Ich denke ja auch oft darüber nach, warum ich einen Krimi spannend finde. Zurzeit lese ich von Tim Weaver „Totgesagt“ und ich finde ihn sehr spannend. Das „Warum“ wird so nach und nach deutlich, ein interessanter Aufhänger, aber nicht hinreichend. Ich glaube, es sind zwei Punkte: a) Wie findet der Protagonist bei fast aussichtsloser Faktenlage die richtigen Ansätze für die Lösung? B) wie kann er sich trotz aussichtloser Lage aus den Fängen der Bösen befreien? Ebenso wie bei Josh Bazell, wo ich die letzten Passagen sehr spannend fand, ist es oft die aussichtlose Lage, die ein AutorIn zu schaffen vermag und die originelle Lösung, die er anbietet. Manchmal bleibt dabei sogar die Glaubwürdigkeit auf der Strecke, würde ich bei Bazell behaupten. Ist mir aber egal. (Beim Psychothriller ist das natürlich anders.) |
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| Ahotep | AW: Leserunde 10/VII: "Der Trakt" von Arno Strobel | 21.09.2010, 22:16 Uhr |
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Ich finde Bücher aus den verschiedensten Gründen "spannend" bzw. "fesselnd" oder ganz allgemein "lesenswert".... hatte ich auch schon erwähnt, meine ich. Nur als Beispiel, da wir es ja kurz davon hatten, bei "Sorry" hat mich der Erzählstil begeistert, dann gibt es Bücher, wie "Totengleich" oder auch "Die geheime Geschichte" die einfach "Atmosphäre" heraufbeschwören, ein anderer Autor hat vielleicht eine Stärke in der Ausarbeitung seiner Figuren, ein anderer Roman hat einen sehr ausgeklügelten Plot mit vielen Wendungen, wieder ein anderer thematisiert vielleicht aktuelle Gesellschaftsprobleme oder geschichtliche Hintergründe...ich könnte die Liste ins unendliche weiterführen So haben viele Bücher bzw. Autoren ihre „speziellen“ Stärken… Beim Trakt – es tut mir leid, das zu sagen, aber ich bin ehrlich – hat mir eine Ausprägung in irgendeine dieser Richtungen gefehlt Es wird schon viel zu früh auf die Lösung hingearbeitet, mir war der Plot zu einfach gestrickt, die Erzähltechnik ebenso, die Figuren zu oberflächlich, Atmosphäre kam keine rüber… Naja, ganz so schlimm war es nicht…in Ansätzen war es schon da: Rosie ist natürlich schon ein Unikat Und es gab auch eine Szene, die ich sehr rührend fand, mit dem Maffayzitat: „Ich glaube nicht, dass ich nur einem Menschen fehlen würde, denn dem ich fehlen möchte, der macht sich nichts aus mir.“ Das hätte man zum Beispiel noch ein bisschen mehr ausbauen können, „Sybille“ ist ja relativ kühl über Johannes hinweggegangen….nur mal so am Rande. Ach ich weiß auch nicht, mir kam es so vor, als habe Arno eine bestimmte Idee gehabt, als sei die Auflösung so von Vornherein geplant gewesen und hat dann schnurstracks darauf hingearbeitet… und hat nur ganz vorsichtige Schlenker gewagt, etwas davon abzudriften und das „Drumherum“ auszubauen…den Eindruck hatte ich. Das finde ich schade…vor allem, nachdem ich die Leseprobe zum Wesen gelesen hatte. Da dachte ich dann nämlich: Hoppla, ist das der gleiche Autor? Denn plötzlich war da Atmosphäre! Ein verlassener, alleinerziehender Polizist, ein anderer in einer angehenden Beziehungskrise (und in der Vergangenheit einem Job, der ihm zu nah geht und mit dem er zu kämpfen hat), ein Psychologe, der (fälschlich?) wegen eines Kindsmordes verurteilt wurde und nun armselig haust…alles etwas bedrückend, beklemmend…und genau das kommt auch rüber! So etwas hat mir beim Trakt irgendwie gefehlt…eine bestimmte Grundstimmung kann man es vielleicht auch nennen. Und das Wesen scheint auch erzähltechnisch ansprechender zu sein, durch verschiedene Perspektiven (Gut, die gab es beim Trakt auch, aber mal ehrlich, Hans gibt doch eigentlich immer nur das Gleiche von sich: Kriegserlebnis, eine ganz knappe Zusammenfassung der Ereignisse, dann wird angedeutet, dass Daniela ihn rührt und er bekommt einen Anruf vom Doktor…) und Zeitsprünge… Also, der Trakt hat mich leider nicht überzeugt, mir persönlich war es insgesamt eben einfach zu grade und hatte zu wenig Tiefgang, wobei ich Ansätze dazu schon gesehen habe…ich halte aber auch zu Gute, dass die Handlung ja auch nicht viel Gelegenheit dazu bot und es ja Arnos erster Psychothriller war. Dem Wesen werde ich sicher eine Chance geben, weil ich in der Leseprobe meine eine Entwicklung in die Richtung zu sehen, die mir eben mehr zusagt – ich hoffe nur, der Roman schlägt mit der angeblich nicht vorhandenen Tochter nicht in die selbe Kerbe wie der Trakt Ich komm mir jetzt schon ganz schäbig vor, weil ich das Buch so schlecht mache Es ist auf keinen Fall böse gemeint… über Geschmack lässt sich eben einfach streiten. Und nur mal so: Generell bewundere ich Menschen, die gut schreiben können! Ich persönlich schweife nämlich zu sehr aus, wenn ich es denn einmal probiere, arbeite ich einzelne Szenen oder Figuren viel zu stark aus…verlier die Handlung ziemlich aus den Augen oder brauch so lange um voranzukommen, dass es einfach nur langweilig wird Von daher, lieber Arno, dein Buch ist besser, als jeder meiner eigenen Versuche Und ich kann erahnen, welche Arbeit dahinter gesteckt hat…und die Idee an sich hatte auch Potenzial…die Umsetzung hat nur einfach nicht meinen Geschmack getroffen I would rather go blind, boy, than to see you walk away from me...- Etta Jones |
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| Arno-S. | AW: Leserunde 10/VII: "Der Trakt" von Arno Strobel | 22.09.2010, 09:28 Uhr |
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Liebe Ahotep, herzlichen Dank für dein ausführliches Feedback zu "Der Trakt". Dass es nicht "böse gemeint" ist, kann man an der ausführlichen Erklärung erkennen, warum das Buch dir nicht gefallen hat. Ich denke, wer mit seinem Buch, seiner Musik oder womit auch immer an die Öffentlichkeit geht, der muss wissen, dass die Geschmäcker verschieden sind und akzeptieren, wenn sein Werk nicht gefällt. Oder anders herum: Wer Geld für etwas (ein Buch) bezahlt, der hat auch das Recht zu äußern, wenn ihm das, wofür er sein Geld ausgegeben hat, nicht gefällt. Womit ich nichts anfangen kann, sind "Rezensionen" wie: Grottenschlechtes Buch Wenn aber - wie hier von dir - erklärt wird, warum es nicht gefallen hat, habe ich die Chance, etwas daraus mitzunehmen für meine weitere Schreiberei. Das finde ich positiv und dafür danke ich dir. Viele Grüße Arno |
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| BRAIN | AW: Leserunde 10/VII: "Der Trakt" von Arno Strobel | 22.09.2010, 10:40 Uhr |
Liebe Ahotep,herzlichen Dank für dein ausführliches Feedback zu "Der Trakt". Dass es nicht "böse gemeint" ist, kann man an der ausführlichen Erklärung erkennen, warum das Buch dir nicht gefallen hat. Ich denke, wer mit seinem Buch, seiner Musik oder womit auch immer an die Öffentlichkeit geht, der muss wissen, dass die Geschmäcker verschieden sind und akzeptieren, wenn sein Werk nicht gefällt. Oder anders herum: Wer Geld für etwas (ein Buch) bezahlt, der hat auch das Recht zu äußern, wenn ihm das, wofür er sein Geld ausgegeben hat, nicht gefällt. Womit ich nichts anfangen kann, sind "Rezensionen" wie: Grottenschlechtes BuchWenn aber - wie hier von dir - erklärt wird, warum es nicht gefallen hat, habe ich die Chance, etwas daraus mitzunehmen für meine weitere Schreiberei. Das finde ich positiv und dafür danke ich dir.Viele GrüßeArno |
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| Bio-Fan | AW: Leserunde 10/VII: "Der Trakt" von Arno Strobel | 25.09.2010, 10:28 Uhr |
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Lieber Arno, ich möchte dir im Namen aller für deinen Einsatz hier bei uns danken. Leider war die Teinehmerzahl geringer als man sich das wünschen würde. Das mag zum einen daran liegen, dass sehr viele dein Buch schon kannten, zum anderen ist es auch immer eine Frage der Zeit, die mir z.B. diesmal gefehlt hat. Ich hoffe, es hat dir trotzdem bei uns gefallen Liebe Grüße Bio . |
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| Arno-S. | AW: Leserunde 10/VII: "Der Trakt" von Arno Strobel | 26.09.2010, 09:37 Uhr |
... Ich hoffe, es hat dir trotzdem bei uns gefallen Das hat es, lieber Bio, und - wie ich weiter oben schon schrieb - ich nehme mir daraus was mit. Meinen ganz herzlichen Dank an die kleine Runde hier; ich freue mich, dass ihr euch den Trakt vorgenommen habt. Bis demnächst Arno |
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| ingrida | AW: Leserunde 10/VII: "Der Trakt" von Arno Strobel | 26.09.2010, 19:24 Uhr |
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Ich habe den Trakt in den Tonnenhallen von List gekauft für eine kurze Urlaubsauszeit. Ich kann allerdings aus ganz persönlichen Gründen, die das Nicht-Erkennen ganz nahestehender Personen betreffen, nicht neutral kommentieren. Wie ich meine, war das ein Hauptmotiv für die Geschichte. Der Krimi war logisch aufgebaut und sprachlich perfekt. Nur der Schluss - bitte keine solche Aktionen, die einfach nicht dazu passen wollen. Das Verwirrspiel der Gönner oder Hasser war sehr unterhaltsam. Bis demnächst hoffe ich auch Ingrida Auch die Kunst, mit Anstand an einer Diskussion teilzunehmen oder gar sie zu leiten, übten wir. Das Wort Streitkultur war noch nicht erfunden. Hanns Joachim Friedrichs, Journalistenleben |
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| missty | AW: Leserunde 10/VII: "Der Trakt" von Arno Strobel | 01.11.2010, 21:22 Uhr |
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Hallo, da ich neu bin weiß ic nicht was die Leserunde bedeutet aber sicher wird mir das einer erklären hier. Ich habe Der Trakt mir als Hörbuch angehört und fand es nicht so toll irgendwie.... ja einfach nicht gut. Der Anfang war ok aber.... ich belasse auf das es mir nicht so gefallen hat |
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